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Siegfried Lenz in einer Bearbeitung von Johannes Ender

Deutschstunde

Jugend

Siggi lebt in einer Anstalt für schwer erziehbare Jungs. Im Deutschunterricht soll er einen Aufsatz über die Freude an der Pflicht schreiben. Doch Siggi bringt keine einzige Zeile zu Papier. Er wird bestraft, weil er ein leeres Aufsatzheft abgibt und kommt in den Arrest. Dort beginnt er zu schreiben – einen Aufsatz über Pflichterfüllung im Dritten Reich. Siggis Vater ist Dorfpolizist in Schleswig-Holstein, im »nördlichsten Polizeiposten Deutschlands«. Auf Befehl des Nazi-Regimes setzt er ein Arbeitsverbot gegen den expressionistischen Maler Nansen durch – obwohl er Nansen lange kennt und dieser ihm sogar einmal das Leben gerettet hat. Siggi zweifelt, dass sein Vater das Richtige tut und beschließt, Nansen zu helfen. Inzwischen frisst sich der Terror der Nazis in Siggis Familie hinein und Siggis Bruder greift zu drastischen Mitteln, um sich einem drohenden Kriegseinsatz zu entziehen.

Bei Siegfried Lenz (1926–2014) wird aus der Pflicht zum Gehorsam eine Pflicht zum Widerstand – in einer Welt, in der das Unrecht regiert, ist der Einzelne in der Verantwortung seinem Gewissen zu folgen. Aber Siggi muss erleben,
wie seine Familie am blinden Gehorsam des Vaters zerbricht.