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Luca Rossi und Wolfgang Haendeler
Marco Tutino

Falscher Verrat (Uraufführung)

Oper zum 100. Jahrestag des Kieler Matrosenaufstandes und der Novemberrevolution von 1918
Spielstätte: Opernhaus
So 06.01. 19:00 Besetzung Karten
Do 10.01. 19:30 Besetzung Karten
Sa 02.03. 19:30 Karten
Sa 16.03. 19:30 Karten
Di 02.04. 19:30 Karten
So 07.04. 18:00 Karten
Sa 20.04. 19:30 Karten

»Falscher Verrat« ist die frei erfundene Geschichte um den Matrosen Gabriel, den Korvettenkapitän Arno von Stahl und Gabriels Jugendfreundin Henriette, der er als Prostituierte Lola wiederbegegnet. Politische Überzeugungen und Absichten werden von privaten Gefühlen überschattet und schließlich gesteuert: Der Offizier Arno will den Aufstand unterstützen, wird aber aus Eifersucht von dem Matrosen Gabriel verraten. Am Ende gehen zwar beide Männer zugrunde, doch der Aufstand lässt sich nicht mehr bremsen. Lola, die Frau zwischen den beiden Männern, überlebt.

Marco Tutino ist einer der  erfolgreichsten und meistgespielten italienischen Komponisten unserer Zeit. Erst im Februar 2018 erlebte seine erste komische Oper »Miseria e Nobiltà« in Genua ihre Uraufführung und seine Oper »La Ciociara (Two women)«  war ein Auftragswerk für die Oper San Francisco, womit Tutino der zweite italienische Komponist nach Giacomo Puccini wurde, der mit einem neuen Werk für ein amerikanisches Opern­haus beauf­tragt wurde. Marco Tutino führt die italienische Operntradition fort, knüpft an der Dramaturgie eines Giuseppe Verdi an, setzt musikalisch die Linie eines Giacomo Puccini fort und findet dabei doch einen ganz individuellen musikalischen Ton. Nun hat Marco Tutino für Kiel seine erste deutschsprachige Oper geschrieben!  

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Spieldauer ca.  2 Stunden 30 Minuten (inkl. Pause)

Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im 2. Foyer

 

Die Komposition wurde ermöglicht durch freundliche Unterstützung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und der HSH Nordbank.

Audio

Werkeinführung in zwei Minuten: »Falscher Verrat«

Ab dem 3. November 2018 im Opernhaus

Pressestimmen

Falscher Verrat: Gefühle in schwerer See (05.11.2018)

Wie eine Kolbendampfmaschine von der Howaldtswerft stampft die Musik Marco Tutinos gegen den Wellengang der Geschichte um den Matrosenaufstand an. Mit riesigem Erfolg: In der Uraufführung von "Falscher Verrat" am Kieler Opernhaus folgt einer Prise Buh der ganz große Bravo-Sturm.

... Der Norditaliener Tutino findet angesichts raubeiniger Matrosenschicksale zu einer herben Marine-Musiksprache, die eigentlich nur in den etwas weinerlichen Arienabschnitten an Eindringlichkeit verliert. Der Komponist konnte seine angstbesetzt düsteren Wogen ganz aus dem sehr geschickt gebastelten Libretto von Luca Rossi und Wolfgang Haendeler entwickeln. In operntypisch gestelzter Künstlichkeit der Sprache schichten sich hier Verrätereien an vielen, an einzelnen und vor allem an den eigenen Idealen als Impulsgeber der Novemberrevolution.

...

Der junge Heizer Gabriel Jensen, den Michael Müller-Kasztelan mit oft inbrünstig hochfliegendem Tenor rüstet, fordert seinen Vorgesetzten Arno von Stahl aufs Äußerste heraus: Tomohiro Takada zeigt mit kraftvoll strömendem Bariton anrührend, wie der Kapitän zwischen Zweifel und Treue zerrieben wird.
Trotz anrüchiger Profession als Prostituierte geht von Lola ein ehrlich liebesfähiges Leuchten aus, das zwar die beiden Männer verbrennt wie die Motten das Licht, aber ihre entsprechend verblendeten Entscheidungen glaubhaft werden lässt. Agnieszka Hauzer zündet dazu ihren jugendlich-dramatischen Sopran.

Kieler Nachrichten - Christian Strehk

Die Revolution lässt noch auf sich warten (05.11.2018)

... das Auftragswerk genügt den Anforderungen an die repräsentativen Qualitäten einer Festveranstaltung. Marco Tutinos Komposition führt die breite Kulisse eines dramatischen, romantischen, sowohl rhythmisch erregenden und wie auch innig betörenden Klangspektrums vor: Maschinenlärm wie Meeresrauschen, Liebesweh wie Revolteruf – immer leicht illustrativ. Und Generalmusikdirektor Georg Fritzsch kostet mit den Kieler Philharmonikern und allen Chören des Hauses (Einstudierung: Lam Tran Dinh) alle Nuancen genussvoll aus. Lars Peter schafft Räume von heimischer Weite, Claudia Spielmann gestaltet über maritime Charakteristik hinaus klar gezeichnete Kostüme. Und das hauseigene Ensemble zeigt sich allen Anforderungen gewachsen: Agnieszka Hauzer (Lola) mit spielerisch heller Klarheit. Michael Müller-Kasztelan (Gabriel) fordernd und frisch, Tomohiro Takada (Arno) ausdrucksstark und kultiviert, Jörg Sabrowski (Admiral Kropp) streng und präzis. Dazu mit Sololeistungen auf ebenbürtigem Niveau Tatia Jibladze, Matteo Maria Ferretti und Fred Hoffmann.

hansen & munk - Christoph Munk

Uraufführung an der Oper Kiel: Falscher Verrat (02.11.2018)

Auch moderne Musik darf romantisch sein: Tutinos neue Oper spiegelt den Matrosenaufstand im Liebesdrama. Atonale Klänge oder schräge Harmonien hört man hier nicht. Doch die Atmosphäre stimmt.

NDR 1 Welle Nord - Andrea Ring

Kiel besinnt sich auf seine historische Bedeutung – Marco Tutinos „Falscher Verrat“ uraufgeführt (07.11.2018)

...

Daniel Karasek, der Hausherr in Kiel, hatte selbst sich der Regie angenommen und erarbeitete zumeist lebendige Szenen. ... Lars Peter sorgte für ein leicht abstrahiertes Bühnenbild, kann wie Claudia Spielmann mit ihren Kostümen dennoch Atmosphäre schaffen. Unter den Solisten zeichnen sich die beiden männlichen Kontrahenten aus. Der Tenor Michael Müller-Kasztelan gibt mit seinem unaufdringlichen, warmen Timbre dem Gabriel Jensen ein natürliches Gewicht, während Tomohiro Takada mit markantem Bariton den Arno von Stahl nachdrücklich zeichnet. Wie angedeutet hat es die stimmlich klangschöne Agnieszka Hauzer schwer, besonders mit der erotischen Seite ihrer Rolle. Anders dagegen wirkt die wieder einmal sehr präzise Tatia Jibladze als Elsa, die wunderbar ihren Mann umgarnt und zugleich von erschreckendem Dünkel ist. Als Darsteller und Sänger überzeugen gleichermaßen Jörg Sabrowski als Admiral und Matteo Maria Ferretti als Richard. Der Chor hat große Aufgaben und war von Lam Tran Dinh sicher einstudiert. Georg Fritsch hielt Graben und Bühne routiniert zusammen und sorgte für klangvolle Szenen.

Das Premierenpublikum ließ sich begeistern, bestätigte die emotionale Stärke der Partitur und der Inszenierung. ...

nmz - Arndt Voß

Tragico triangolo d'amore: metafora di una ribellione (05.11.2018)

... Le qualità migliori vengono però dalla musica, perché sa raccontare una storia e perché, sia nell'intreccio tematico e armonico sia nella strumentazione, è di qualità certamente superiore a quella dei primi lavori del compositore che, composti negli anni Ottanta, ai tempi della »guerra« avanguardia vs tradizione, avevano goduto di notevole notorietà.

Diretta da Georg Fritzsch, l'orchestra di Theater Kiel, curiosamente collocata in una buca profonda come solo a Bayreuth, rende peraltro giustizia alla partitura di Tutino: sa essere protagonista nelle scene così come sa accompagnare i numeri musicali veri e propri (arie, cori e duetti) che costituiscono le anse liriche del flusso musicale. ...

 

 

Corriere della Sera - Enrico Girardi