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Creations

Zweiteiliger Tanzabend von Georg Reischl und Yaroslav Ivanenko
Spielstätte: Opernhaus
Sa 30.03. 19:30 Karten
Fr 12.04. 19:30 Karten
Fr 26.04. 19:30 Karten
Fr 10.05. 19:30 Karten
Do 23.05. 19:30 Karten
Sa 08.06. 19:30 Karten
Sa 15.06. 19:30 Karten
Mi 19.06. 19:30 Karten
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Der Tanzabend »Creations« wartet gleich mit zwei Uraufführungen auf: Die eine stammt vom österreichischen Choreografen Georg Reischl und die andere vom Kieler Ballettdirektor Yaroslav Ivanenko.

Individuen, die ihren Kehlen verzerrte Vogelstimmen entlocken. Körper, die in Wellen einem Rhythmus folgen. Wer den balinesischen Kecaktanz einmal erlebt hat, wird ihn nicht wieder los – im Fall von Georg Reischl ist das gut so, denn das Ritual diente ihm als Inspiration für sein neues Tanzstück. »Der Rhythmus ist eine treibende Kraft, die durch die Körper der Tänzer ihre Vollendung findet«, beschreibt Reischl seine Herangehensweise an die eigens für Kiel geschaffene Choreografie.

Reischl bringt zwei Weggefährten mit nach Kiel: Schlagzeuger und Komponist Vincent Glanzmann, der die Musik für die neue Choreografie lieferte, und Kostümbildner Min Li. Mit Glanzmann hat Reischl am Luzerner Theater bereits hypnotisierende Abende entworfen, mit Li an der Hannoverschen Staatsoper Tänzer*innen in avantgardistischer Mode durch Zeiten springen lassen. Für »Creations« bilden sie ein Dreiergespann, auf das man visuell wie auditiv gespannt sein darf.

Das neue Tanzstück von Yaroslav Ivanenko erwuchs aus der Faszination für die Musik und Biografie des italienischen Ausnahmemusikers Ezio Bosso. Der 1971 geborene Komponist, Dirigent, Pianist und Kontrabassist ist kein typischer klassischer Interpret und seine Musik ein seltener Mix aus Avantgarde und populären Stilrichtungen der Gegenwart. 2011 war bei Bosso völlig überraschend eine unheilbare neurodegenerative Krankheit diagnostiziert worden, die ihm u. a. das Gehen und Sprechen schwer macht, aber ihn nicht daran hindert, weiterhin in den großen Konzerthäusern der Welt aufzutreten und Musik von ungeheurer emotionaler Tiefe zu schaffen.

Genau diese Emotionalität ist es, die Ivanenko nicht mehr losließ und zu seiner Choreografie inspirierte: »Diese Musik kann so viele verschiedene Gefühle hervorrufen. Das ist das Wunderbare daran, und das möchte ich auf die Bühne bringen«. Dafür kombinierte Ivanenko nicht nur Stücke von Bosso selbst, sondern ergänzte sie um Werke von Max Richter und Kimmo Pohjonen, und damit zweier weiterer zeitgenössischer Komponisten, deren Musik ähnlich packend wie die von Bosso ist.