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Eugène Scribe, Germain Delavigne
Daniel-François-Esprit Auber

Die Stumme von Portici

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Spielstätte: Opernhaus
Sa 27.04.

In einer Umfrage nach der »verrücktesten« Oper hätte Aubers »Stumme von Portici« wahr­schein­lich Chancen auf den Titel. 

Zum einen hat die 1828 in Paris uraufgeführte »Grand Opera« eine nicht– singende Titelheldin, die auf sensationelle Art ums Leben kommt, sie stürzt nämlich in die Lavamassen des ausbrechenden Vesuvs. Zum anderen löste die Oper im Jahr 1830 in Brüssel die Revolution aus und führte damit zur Gründung Belgiens, weil das damalige belgische Opernpublikum in dem stummen, verführten, dann verlassenen und inhaftierten Fischermädchen Fenella die eigene unterdrückte Nation verkörpert sah. Ein Duett,  das im Namen der Vaterlandsliebe zum Aufstand aufruft und dabei textlich die Marseillaise zitiert, elektrisierte das damalige Opernpublikum so sehr, dass es aus dem Theater stürmte und den Justizpalast besetzte. Damit dürfte »Die Stumme« die wohl  einzige Oper sein, die Weltpolitik gemacht hat!  

Mit Giacomo Meyerbeer »Die Hugenotten« (UA 1836) und Rossinis »Wilhelm Tell« (UA 1829) stellte das Kieler Opernhaus in den letzten beiden Jahren bereits zwei exemplarische Werke der Pariser Grand opéra neu zur Diskussion. »Die Stumme von Portici« (UA 1828) ist das Urbild einer Grand opéra mit allen typischen Merkmalen dieser Gattung: fünf kurze Akte, mit der Handlung verbundene Ballette, szenische Sensationen und Massenszenen mit großem Aufwand. Sogar ein Richard Wagner war begeistert, als »heiß bis zum Brennen« und »unterhaltend bis zum Hinreißen« beschrieb er dieses »sensationelle« Werk, das in Kiel seit 1915 nicht mehr zu erleben war.

 

Premiere am 22. September 2018