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Victor Joseph Ètienne de Jouy und Hippolyte Louis Florent Bis
Gioachino Rossini

Wilhelm Tell

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der Komponist der absurd-komischen Reise nach Reims ist hier von einer anderen Seite zu erleben. Mit Wilhelm Tell schrieb er ein Werk über Patriotismus, Freiheitsdrang, Naturgefühl und – Liebe. Die Titelfigur ist der Anführer der schweizerischen Widerstandsbewegung gegen die österreichische Fremdherrschaft. Tell beobachtet besorgt, dass sein Landsmann Arnold Melchtal aus Liebe zu der habsburgischen Prinzessin Mathilde die Seiten wechseln will. Doch nachdem die Österreicher seinen Vater ermorden, schließt Arnold sich endgültig der Widerstandsbewegung an. Mathilde bleibt an Arnolds Seite, auch als der berühmte Apfelschuss das Fass zum Überlaufen bringt und den Aufstand ausbrechen lässt!

Nach der Uraufführung des Wilhelm Tell am 3. August 1829 in der Pariser Grand Opéra fasste der 37jährige Rossini den bis heute viel berätselten Entschluss zum Rückzug von der Bühne. Sein Werk aber wurde wegweisend für französische und italienische Komponisten von Giacomo Meyerbeer bis zu Giuseppe Verdi; zudem ließen die revolutionären Ereignisse bis 1848 Wilhelm Tell zu einer Identifikations­figur, und den Schlusshymnus »Steige, oh Freiheit, wieder vom Himmel herab« zu einer  Allegorie von Befreiung im Allgemeinen werden. Heutzutage ist die Ouvertüre von Wilhelm Tell bekannter als die dazugehörige Oper – zu Unrecht, was diese Aufführung beweisen wird. Nach fast 90 (!) Jahren - die letzte Aufführung des Tell fand 1928 statt - findet Rossinis letzte Oper wieder ihren Weg auf die Kieler Opernbühne!     

Premiere am 15. Oktober 2017

Spieldauer ca. 3 Stunden und 15 Minuten (inkl. Pause)

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Wilhelm Tell«

Ab dem 15. Oktober 2017 im Opernhaus

Pressestimmen

Kultur gegen Tyrannei (17.10.2017)

Die »Wilhelm Tell«-Inszenierung an der Kieler Oper überzeugt mit zeitlosen Botschaften, großer Ästhetik und einer beeindruckenden Musik. [...] Zum anderen entgeht das Stück der Patriotismus-Falle. Denn indem Ceresa Literatur und Musik als Waffen der Schweizer denen der habsburgischen Unterdrücker entgegensetzt, gewinnt er dem Stück eine überzeitlich-idealistische Botschaft ab: Kultur ist die beste Waffe gegen Tyrannei; aber deswegen ist Kultur auch immer gefährdet. Zudem lassen Bühnenbildner Sergio Mariotti und Kostümbildner Giuseppe Palella das Geschehen zwar in einer Gebirgslandschaft, aber in einer an Fantasy-Filme erinnernden Ausstattung spielen. Eine direkte Verortung ist nicht zwingend. Assoziatianonen zu Geschichte und Gegenwart bleiben dem Zuschauer überlassen.

SHZ - Christoph Kalies

Die Saiten der Freiheit (17.10.2017)

Opulent inszeniert, brillant musiziert: Rossinis »Wilhelm Tell« an der Oper Kiel [...]

Das Cello wird zum Zeichen: Freie heimatliche Identität entsteht im kulturellen Gedächtnis einer gleichgestimmten Gemeinschaft – vor allem durch Sprache, Bräuche, Musik, Dichtung und Malkunst. Dafür steht hier Jemmy, der junge Schwärmer, dessen Hoffnungsschreie die Sopranistin Katerina von Bennigsen immer wieder wie SOS-Raketen über allem leuchten lässt. Dieser Sohn des großen Mahners Guillaume, dem der italienische Kavalierbariton Stefano Meo über knapp dreieinhalb Stunden baumstark vokale Präsenz verschafft, träumt sich schon während der Ouvertüre in ein von jeglicher Zensur befreites Kunst-Welt-Ideal hinein. Doch solche Gedanken werden sogleich von barbarischen Schergen mit Füßen getreten und nachhaltig verletzt: Kunst ist für sie Anarchie. [...]

Besonders differenziert und immer auffällig nah an den einkomponierten Gesten der Musik zeichnet Ceresas Personenregie das gefährdete Liebespaar. Der Schweizer Verschwörer Arnold ist hier nicht nur ein fatal in die gegenerische Pronzessin verknallter Haudegen, sondern ein sensibler Zweifler an sich selbst und seiner Kunst. Er weiß offensichtlich nicht, ob der Besonders differenziert und immer auffällig nah an den einkomponierten Gesten der Musik zeichnet Ceresas Personenregie das gefährdete Liebespaar. Der Schweizer Verschwörer Arnold ist ein sensibler Zweifler an sich selbst und seiner Kunst. Er weiß offensichtlich nicht, ob der »fremde« kulturelle Einfluss seiner Muse Mathilde Fluch oder Segen ist. Ihre beiden extrem schwierigen, gefürchtet hoch liegenden Partien erweisen sich zudem als besonders brillant gesungen: Anton Rositskiy findet mit gleißend aufflammendem Tenor zu einer überzeugenden Mixtur aus Kopf- und Bruststimmenregister; Agnieszka Hauzer hat die jugendlich dramatische Sopranattacke, aber eben auch Schmelz und Koloraturgewandheit parat.

Das alles wäre schon Opernereignis genug. Doch den allergrößten Schub verleihen ihm die Kollektive. Der Chor glänzt, einstudiert von Lam Tran Dinh und abwechslungsreif bewegt von Mattia Agatiello, im Lyrischen mit feinstofflicher Klangsinnlichkeit und in den markigen Männerchören und den Finalsteigerungen mit überwältigender Schlagkraft.  Kiels Stellvertretender Generalmusikdirektor Daniel Carlberg hält am Pult nicht nur die Massen sicher beisammen, er animiert die Philharmoniker auch zu unermüdlich zündend virtuos gesteigertem, zugleich schwelgerischem wie dramatisch fiebrigem Spiel.

KN - Christian Strehk

Kieler Opernhaus: Wilhelm Tell (16.10.2017)

Dreieinhalbstunden musikalische Höchstleistung: Rossinis Oper von 1829 ist ein Mammutwerk. Originell inszeniert, denn hier kämpft man mit Instrumenten, statt mit Waffen.

NDR 1 Welle Nord - Kerstin Düring

Ein einig Volk von Künstlern (16.10.2017)

Fabio Ceresa präsentiert an der Kieler Oper eine ehrgeizige Produktion von Rossinis »Guillaume Tell« 

Hansen & Munk - Christoph Munk