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Golem 24143

Ein Zuhause-Theater-Game des WerftparkKollektivs, ab 10 Jahren
Spielstätte: Theater im Werftpark
Sa28.11.19:01 Ausverkauft
So29.11.16:01Restkarten
Di01.12.20:00 Ausverkauft
Sa05.12.19:00Karten
Mo07.12.10:30 Ausverkauft
Mo14.12.20:00 Ausverkauft
Mo21.12.20:00Restkarten

»Der Golem« nach Gustav Meyrink als interaktiv-digitale Suche eines Erinnerungslosen nach dem Selbst: Athanasius Pernath kann sich an nichts mehr erinnern. Behutsam hält er nach Anhaltspunkten Ausschau. Dabei taucht er in Traumwelten ein und erkundet die Unschärfe der eigenen Realität. Die Zuschauenden werden zu Spieler*innen, daheim oder im Klassenzimmer führen sie mit Hilfe von Chats oder Anrufen den Schauspieler immer näher an sein Ziel oder doch noch weiter weg?

Für Schulen: Melden Sie sich an unter: 0431 / 9011200 und bestellen Sie unser Playkit .

Pressestimmen

Spannendes Experiment (16.11.2020)

Während im Werftpark-Theater Schauspieler Sebastian Kreuzer alias Athanasius Pernath und das Regieteam um Tabea Wiese das Spiel in Gang bringen, sitzen die Zuschauer zu Hause vor den Monitoren und lauschen erst mal einem Hörspiel.  [...]
Im letzten Drittel steigt das Tempo und parallel dazu die Chat-Frequenz. Und auch, wenn der Spielverlauf nicht wirklich zu verändern ist, bleibt es spannend. Erweist sich das Experiment zwischen Theater und E-Game, Live und Konserve als ausbaufähig. Und es passt als Blaupause auf die Geschichte von Meyrink, die ja auch schon ein Spiel war mit der Erinnerung und den Bildern im Kopf, mit Virtuellem und Realität.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Spiel im doppelten Sinne (15.11.2020)

Und ein Spiel ist "Golem 24143" – und zwar im doppelten Sinne. Ein Schauspiel einerseits, weil Sebastian Kreuzer uns in einer Rolle gegenübertritt: als der junge Athanasius Pernath nämlich, der mit Gedächtnisverlust in einen Chatraum voller Publikum stolpert und sich helfen – ja, mitunter auch fernsteuern – lässt. [...]
Die tatsächliche Arbeit mit den Hinweisen wäre die zweite Spielebene: mindestens verwandt mit den "Escape Rooms" oder "Exit Games", mit denen sich mittelalte Erwachsene zur Zeit so gern dieselbige vertreiben. Aus dem Chatfenster geht es rüber auf YouTube, zu dubiosen Inseraten auf eBay-Kleinanzeigen und zum Rätseln auf eigens geschalteten Teamwork- und Knobelplattformen. Es geht um Pernaths verlorene Identität und zunehmend auch um einen "Golem", der von der Sage aus dem Prager Judenviertel zwar inspiriert scheint, hier aber zum postmodernen Eigenleben zwischen Künstlicher Intelligenz und satanischer Entität erwacht. [...]
Tatsächlich ist die Stunde Spiel gespickt mit hübschen Immersionsmomenten, weil die Rolle der wild tippenden Recherchierenden und der Zuschauerperson ja unmittelbar in eins fallen: Ich sitze am Computer und helfe jemandem, der sich Athanasius Pernath nennt, und dem ich nicht sonderlich weit über den Weg traue. Da nehmen sich Realität und Erzählung nicht viel.
Und alle spielen mit: Sie füllen pflichtschuldig Tabellen aus, auch wenn die eigentlich egal ist, schreiben der Figur Pernath Dinge, die der Schauspieler längst weiß und verkneifen sich auch die Metakommentare weitgehend. Sebastian Kreuzer macht seine Sache als Spielleiter gut, hält die Leute auf Zack und die Illusion aufrecht, dass ohne unser aller Zutun alles schrecklich enden wird.

nachtkritik - Jan-Paul Koopmann