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Stefan Blunier

Konrad Junghänel

Dirigent im 2. Philharmonischen Konzert

Konrad Junghänel gehört zu den führenden Dirigenten auf dem Gebiet der Alten Musik. Er begann seine Karriere als international gefragter Lautenist. Bereits während des Studiums in Köln entstand die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem für seine Virtuosität gerühmten Instrumentalisten und dem Countertenor René Jacobs und mit Ensembles wie Les Arts Florissants, La Petite Bande, Musica Antiqua Köln. Als Solist wie auch in kammermusikalischen Formationen trat Konrad Junghänel überall in Europa auf, in den USA, in Japan, Australien, Südamerika und Afrika. Für seine Aufnahmen der gesamten Lautenwerke J. S. Bachs und von Solowerken Silvius Leopold Weiss’ wurde er mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Seit 1994 ist er Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln. Die fortgesetzte Beschäftigung mit der vokalen Musik des Barock führte Junghänel 1987 zur Gründung des Vokalensembles Cantus Cölln, das heute zu den angesehensten Ensembles dieser Art im internationalen Musikleben gehört.

Seit über einem Jahrzehnt ist Konrad Junghänel gefragter Gastdirigent im In- und Ausland, im Konzertbetrieb und vor allem bei Opernproduktionen des Barock und der frühen Klassik. Das Resultat seiner intensiven Probenarbeit mit spezialisierten Barockorchestern wie auch mit modernen Klangkörpern findet einhelliges Echo in der Kritik. Hervorgehoben werden die pulsierenden Tempi, die ausdrucksstarken Spannungsbögen seiner Interpretation sowie die schlanke und farbenreiche Klanggebung der von ihm geleiteten Ensembles. In einer Kritikerumfrage der Welt am Sonntag wurde Konrad Junghänel zum besten Dirigenten der Opernspielzeit 2010/11 in Nordrhein-Westfalen gekürt.

Drei Jahre lang lief die Produktion Combattimenti mitMadrigalen von Claudio Monteverdi (Regie: Geoffrey Layton) an der Nationalen Reisopera von Holland und Belgien. Es folgte Francesco Cavallis La Calisto (Regie: Igor Folwill) in Köln und Domenico Mazzocchis La Catena d’Adone (Regie: Jakob Peters-Messer) in Innsbruck und Antwerpen. Am Theater Basel dirigierte er Wie liegt die Stadt so wüste mit Musik von Heinrich Schütz, sowie das Händel-Oratorium Israel in Egypt, beides unter der Regie von Herbert Wernicke, an der Staatsoper Hamburg Ein geistliches Bankett, eine szenische Produktion von Bach-Kantaten (Regie: Ingrid von Wantoch Rekowski) und an der Staatsoper Hannover Purcells Hail! Bright Cecilia. Am Theater Basel folgte Händels Semele (Regie: Karin Beier), Monteverdis L’Incoronazione di Poppea und Rameaus Les Paladins (Regie: Nigel Lowery). Bei den Göttinger Händelfestspielen 2006 debütierte er mit Händels Oper Poro (Regie: Igor Folwill) und leitete im Herbst desselben Jahres in Potsdam Mozarts Così fan tutte (Regie: Uwe Eric Laufenberg). Im April 2007 dirigierte Konrad Junghänel am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken die Premiere der Florentiner Intermedien (Regie: Nigel Lowery) sowie im November desselben Jahres Mozarts Lucio Silla (Regie: Olga Motta) an der Staatsoper Stuttgart. Im Februar 2008 stand die Premiere von Händels Agrippina (Regie: Peter Lund) am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken auf dem Programm. Nach einer weiteren Mozart-Premiere mit Die Entführung aus dem Serail (Regie: Uwe Eric Laufenberg) im September 2008 in Potsdam feierte Konrad Junghänel im April 2009 einen außerordentlichen Erfolg als Musikalischer Leiter der Neuproduktion von Glucks Armida an der Komischen Oper Berlin (Regie: Calixto Bieito). Im selben Jahr folgten Händels Teseo an der Staatsoper Stuttgart (Regie: Igor Bauersima) sowie mit Orfeo ed Euridice (Regie: Johannes Erath), ebenfalls von Gluck, Junghänels Debüt an der Oper Köln. Im Januar 2010 machten Rameaus Les Paladins (Regie: Arila Siegert) an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg den Auftakt, gefolgt von Purcells Dido und Aeneas am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken. Im Herbst begannen mit den Premieren von Monteverdis L’Incoronazione di Poppea (Oktober, Regie: Dietrich Hilsdorf) und Mozarts Die Entführung aus dem Serail (November, Regie: Uwe Eric Laufenberg) ein Monteverdi- und ein Mozart-Zyklus an der Oper Köln unter seiner musikalischer Leitung. Im Januar 2011 leitete Konrad Junghänel musikalisch die Premiere von Rameaus Platée (Regie: Karoline Gruber) an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg (Januar 2011) sowie La Clemenza di Tito (Oktober 2011, Regie: Uwe Eric Laufenberg) und Il ritorno d’Ulisse in patria (Februar 2012, Regie: Bernd Mottl) an der Oper Köln. Mit der erfolgreichen Inszenierung von G. F. Händels Xerxes an der Komischen Oper Berlin (Mai 2012, Regie: Stefan Herheim) gastierte Konrad Junghänel auch in Bergen, Norwegen. Zu den letzten gefeierten Produktionen gehörte Händels Jephta in Potsdam im November 2013 (Regie: Lydia Steier), die er ebenfalls bei den Wiener Festwochen 2015 dirigierte. Weitere Produktionen u. a. in Berlin und Wiesbaden sind in Vorbereitung.


Foto © Hessisches Staatstheater Wiesbaden